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Seit 2001 organisieren wir jedes Jahr im April ein Bäumchenpflanz-Wochenende, bei dem wir uns vor allem unserem Waldumbauprojekt auf der Sachsenhöhe bei Bärenstein widmen. Im Jahr 2009 wird das Waldumbauprojekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. Im Rahmen des Naturschutzwettbewerbes muna ("Mensch und Natur ") gibt es einen Multiplikationsförderpreise in Höhe von 2.000 Euro.
 Die Sachsenhöhe ist ein altes Bergbaugebiet, deren Bodenoberfläche vor allem von dem „tauben Gestein“ gebildet wird, das die Bergleute über Jahrhunderte hier auf Halde ablagerten. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde mühevoll mit Fichten aufgeforstet, wobei sich offenbar auch einige (heute sehr schöne) Weiß-Tannen mit ansiedelten.
Anfang der 1980er Jahre begannen, Randbereiche dieses Fichtenforstes (mitsamt der eingestreuten Weiß-Tannen) den Luftschadstoffen zum Opfer zu fallen, die bekanntlich im ganzen Ost-Erzgebirge für eine Umweltkatastrophe mit vielen tausenden Hektar Rauchschadblößen sorgten. Auch nach der deutlichen Verbesserung der Luftqualität (u.a. weil Mitte der 1990er Jahre eine von unserem Verein maßgeblich unterstützte Bürgerinitiative namens „Gesunder Wald“ Druck gemacht hat in Sachen Kraftwerksnachrüstung und Stillegung alter Dreckschleudern) setzen sich die Schäden an der Sachsenhöhe fort. Sturmwürfe und Borkenkäfer bedrohen den verbliebenen Wald mit den letzten alten Weiß-Tannen. Ende der 1990er Jahre führte die Grüne Liga Osterzgebirge ein umfangreiches Biotopverbundprojekt „Oberes Müglitztal“ durch, um unsere zahlreichen praktischen Naturschutzmaßnahmen in diesem Gebiet in einen sinnvollen und abgestimmten Rahmen einzugliedern. Dabei fiel das Augenmerk unter anderem auf die Sachsenhöhe, die auch in anderer Hinsicht einen sehr wertvollen Biotopkomplex darstellt (strukturreicher Waldrand und Steinrücken, unter anderem mit zahlreichen Exemplaren echter Wild-Äpfel; Bergwiesen mit Stattlichem Knabenkraut, Großem Zweiblatt und Großer Sterndolde; alte Stollen als Fledermaus-Winterquartiere). 2001 schließlich begannen wir mit einem auf lange Sicht angelegten Waldumbauprojekt auf der Sachsenhöhe, um nach und nach wieder Stabilität und biologische Vielfalt in die verbliebenen Fichtenforsten (mitsamt der darin verborgenen Weiß-Tannen) zu bringen. Es begann damit, daß wir uns zum zehnjährigen Jubiläum der Grünen Liga Osterzgebirge von unseren Sympathisanten mehrere hundert Laubbäumchen und kleine Weiß-Tannen (natürlich zertifizierter Herkunft) schenken ließen und im Rahmen des ersten „Bäumchenpflanz-Wochenendes“ in die Erde brachten. Nein, nicht in die „Erde“, sondern in den Bergbauschotter ... Bäumepflanzen auf der Sachsenhöhe ist ein sehr mühsames Unterfangen! Danach setzten wir die Pflanzungen mehrere Jahre lang fort. Teilweise bekamen wir Pflanz- und Zaunsmaterial über die Sächsische Förderrichtlinie „Ökologischer Waldumbau“ gefördert. Doch die Arbeit erfolgte in jedem Fall auf ehrenamtlicher Basis. Neben den Pflanzeinsätzen hatte unter anderem auch ein FÖJler („Freiwilliges Ökologisches Jahr“) immer wieder reichlich zu tun auf der Sachsenhöhe. Unser Projekt ist etwas anders als der „Ökologische Waldumbau“, den der Staatsforst betreibt. Die Förster setzen fast ausschließlich auf die Hauptbaumarten der sogenannten „Potentiell-Natürlichen Vegetation“. Praktisch hieß dies vor allem in den 1990er Jahren: Umwandlung von Fichtenreinbeständen in Buchenreinbestände. Außerdem haben sie meistens zuallererst den künftigen Holzertrag im Blick. Wir hingegen arbeiten mit einer breiten Palette einheimischer Baumarten, auch wenn sie zunächst kein optimales Wachstum auf dem schwierigen Bergbauschotter versprechen. Gepflanzt haben wir unter anderem: Berg-Ahorn, Berg-Ulme, Eberesche, Esche, Rot-Buche, Trauben-Eiche, Weiß-Tanne, Winter-Linde. Vielleicht werden daraus keine teuren Furnier-Stämme, aber das Laub wird auf alle Fälle das Bodenleben aktivieren und mithin die Bodenfruchtbarkeit verbessern, den Wald stabilisieren und obendrein noch vielen Tieren zugute kommen. Als „Startdüngung“ kommt - wegen der sehr schwierigen Anwuchsbedingungen im Bergbauschotter - in jedes Pflanzloch ein halber Eimer Kompostgemisch. Den Kompost bereiten wir seit langem selbst aus der Grünmasse, die alljährlich bei der Mahd von Naßwiesen anfällt. Dieses Material muß zunächst aus dem Bielatal zur Sachsenhöhe transportiert werden. Sturm „Kyrill“ und die Massenvermehrung der Borkenkäfer in den Jahren 2007 und 2008 zwingen uns jedoch zu großen Aufwendungen, die derzeitigen 2,5 Hektar Waldumbaufläche zu konsolidieren - anstatt die Pflanzungen, wie ursprünglich geplant, alljährlich um etwa 0,5 ha auszuweiten. Umstürzende Fichten reißen immer wieder die Wildschutzzäune nieder, worauf sich Rehe und Hirsche an den von uns gepflanzten Leckerbissen gütlich tun. Es mußten wiederholt die Zäune geflickt und die verbissenen Pflanzungen nachgebessert werden. Nichtsdestotrotz halten wir an unserem „Waldumbauprojekt Sachsenhöhe“ fest und werden in den nächsten Jahren die Pflanzungen fortsetzen. In einer eigenen Mini-Baumschule ziehen wir dafür schon kleine Weiß-Tannen regionaler Herkunft an. Wichtiger Bestandteil dieser wie aller anderen Naturschutz-Aktionen ist, neben der praktischen Arbeit, die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten bei den freiwilligen Helfern. Die sich dabei ergebenden Diskussionen bieten für die Grüne Liga immer wichtige Denkanstöße für bestehende und neue Projekte. Gemeinsames Engagement für die Natur kann richtig Spaß machen - wegen dieses Erlebnisses kommen immer wieder und immer mehr Mitmenschen zu den Naturschutzeinsätzen der Grünen Liga Ost-Erzgebirge. |